Wie finde ich meine Berufung? Für viele ist die Antwort auf diese Frage schon früh in ihrem Leben klar. Sie wissen genau, was sie wollen, können und wo ihre Talente stecken. Und das machen sie dann meist auch zu ihrem Beruf und folgen damit ihrer Berufung. Aber für andere ist diese Frage oft ein Graus und eine schwierige Herausforderung.

Ja, den richtigen Beruf zu finden, ist nicht leicht. Die Auswahl ist riesig – sich da zu entscheiden, stellt viele vor ein großes Rätsel. Denn es gibt unzählige Möglichkeiten, was du zum Beispiel nach deinem Schulabschluss tun kannst. Du kannst studieren, eine Ausbildung machen, ins Ausland gehen und dort studieren oder … Dann hast du irgendwann einen Abschluss, beginnst zu arbeiten und nach einer Weile stellst du dir vielleicht die Frage: „Ist das, was ich tue, eigentlich genau das, was ich wirklich machen möchte? Erfüllt mich meine Tätigkeit?“ Eventuell hast du auch das Gefühl, dass der Job zwar ganz ok ist, doch ist er auch geeignet, etwas Wertvolles zu bewirken? In vielen Menschen, die in ihrem Leben eine bestimmte Richtung eingeschlagen haben – und das kann am Anfang der Berufslaufbahn passieren oder auch nach einiger Zeit – keimt irgendwann der Gedanke, soll es jetzt das sein, was ich die nächsten 30, 40 Jahre machen möchte? Wenn dies der Fall ist, kann man eigentlich schon gratulieren, denn die meisten Menschen lassen ihn gar nicht zu und gehen lieber auf Nummer sicher: „Hauptsache fester Job in diesen unsicheren Zeiten. Da muss die Erfüllung halt auf der Strecke bleiben“. Ein anderer Hinderungsgrund kann auch sein, dass du denkst: „Na mit dem, was ich eigentlich liebe, kann ich doch kein Geld verdienen oder Karriere machen“. All das sind Stolpersteine, die dir die Tür zur Berufung verbauen können.

Wo finde ich den Schlüssel zu dieser Tür?

Wenn diese unzufriedenen, im Inneren rumorenden Gedanken oder Gefühle allerdings auftauchen, mag sich das zwar unangenehm anfühlen, doch – wie eben schon erwähnt – kannst du dir gratulieren. Denn ist dieses innerliche Rumoren auch die große Chance, etwas zu verändern und sich auf den Weg zu machen, seine wahre Berufung herauszufinden. Klar, keine leichte Aufgabe. Aber es ist möglich und zwar für jedermann. Man muss sich nur trauen. Es gehört sehr viel Mut dazu, alte Pfade zu verlassen, eine vermeintliche Sicherheit aufzugeben und einen neuen Weg einzuschlagen. Selbst der erste Schritt, sich überhaupt einzugestehen, dass man unzufrieden ist, mit dem was man tut, ist schon eine Herausforderung.

Aber eines schon mal vorab: Vielleicht muss man gar nicht die Sicherheit aufgeben, vielleicht ist das Neue gar nicht schlimm. Denn wenn es deiner Berufung entspricht, kannst du damit richtig erfolgreich sein.

Die kühne These

Jeder Mensch ist auf der Suche nach seiner Berufung und wenn man sie nicht lebt, fühlt man sich unglücklich, leer und unerfüllt. Harte Worte, aber wahr.

  • Also, sei mutig und finde heraus, wie es bei dir persönlich aussieht und stelle dir diese Fragen:
  • Langweilst du dich in deinem jetzigen Job? Bist du unterfordert?
  • Liebst du, was du tust?
  • Erfüllt dich deine Tätigkeit?
  • Spürst du ein Verlangen in dir, etwas grundlegend zu verändern?
  • Verspürst du für irgendetwas eine besondere Leidenschaft?
  • Möchtest du etwas Bedeutendes kreieren oder erschaffen?

Und sei ehrlich in der Beantwortung. So ehrlich wie es dir möglich ist, auch wenn das innerliche Rumoren vielleicht in diesem Moment noch lauter wird. Nur so besteht die Möglichkeit, deiner Berufung näher zu kommen.

Es kann viele Gründe geben, warum du dich schwer tust, deine Berufung zu finden

Als Kind wusstest du vielleicht genau, was du werden wolltest. Aber je älter du wurdest, desto mehr hast du diese Klarheit verloren. Haben dich deine Eltern nicht unterstützt? Wollten Sie etwas ganz anderes für dich? Eltern haben natürlich einen großen Einfluss und wenn unter Umständen auch nur ganz unterschwellig, hast du dich nach deren Vorgaben gerichtet. Aber auch andere nahe stehende Menschen oder solche, die dich auf deinem Weg bis zum Erwachsenenalter begleiten, beeinflussen dich. Und alles, was du bis dahin gemacht hast, prägt dich. Die Zeit im Kindergarten, die Schule, die Öffentlichkeit. Dadurch bildet sich unsere Persönlichkeit. Nur ist auf diesem ganzen Weg eventuell etwas verloren gegangen: nämlich das ganz klare Wissen, was wir unserem Wesen entsprechend sein wollen. Folglich was wir in unserem Leben machen und erreichen wollen. Es gibt ja den Begriff des „inneren Schweinehunds“. Das passt hier ganz gut, denn durch all diese Erfahrungen, die man durch seine Umwelt gemacht und gelernt hat, entwickelt er sich in jedem von uns. Und er ist mitunter das größte Hindernis überhaupt. Denn das Gefühl, an ihm nicht vorbei zu kommen, kann ganz schön stark sein.

Aber der richtige Zeitpunkt ist immer jetzt

Geh ihn an, den inneren Schweinehund, denn je lauter er protestiert, desto reifer die Zeit für Veränderung und dafür die Herausforderung anzunehmen, herauszufinden, was deine Berufung ist.

Nach Folgendem kannst du dich fragen:

  • Möchtest du deine Begabungen, Leidenschaften und das, wofür du brennst, ins Leben bringen?
  • Möchtest du deine Talente herausfinden?
  • Bist du bereit, auf deine inneren Stimme, auf dein Herz- und  Bauchgefühl zu hören?
  • Hast du den Mut, ihr zu folgen?
  • Willst du Spaß und Freude haben, an dem was du tust?

Es kann sicherlich eine Weile dauern, sich dies einzugestehen. Denn die Erfahrung zeigt vor allem, dass sich Menschen, gefragt nach ihren Talenten und Leidenschaften, wirklich schwer tun, dies klar zu beantworten. Und alleine ist dieser Prozess vielleicht gar nicht zu bewältigen. Doch das macht nichts und es ist absolut legitim, sich Unterstützung zu holen. Für gute und professionelle Angebote gibt es zum Beispiel zahlreiche Arten von (Berufs-)Coachings. Das sind spezielle ausgebildete Leute, die dir dabei helfen, deine Stärken, Talente und deine Begeisterung für eine Sache aufzuzeigen. Weiter können sie dich auch darin unterstützen, eventuelle Unsicherheiten oder Ängste abzubauen. Auch die Arbeitsagentur und spezielle (Berufs-)Beratungsstellen bieten solche Coachings, entweder einzeln oder auch in Gruppen, an.

Ein abschließendes Fazit: Es muss nicht der abgefahrene Job als Stuntman, der sein Geld mit wagemutigen Aktionen verdient, oder der Reisejournalist, der durch die interessantesten Orte dieser Welt tingelt, oder der Umweltbiologe, der dem Wesen der Ozeane auf der Spur ist. Auch ganz „normale“ Berufe können deiner Berufung entsprechen. Das Wichtigste ist immer: Es sollte dir immer Spaß machen, deiner Lebensfreude entsprechen. Und du solltest in allem, was du tust, deinem Herzen folgen.