Laut Duden bedeutet sarkastisch zu sein, mit bitterem, beißendem und verletzendem Spott zu agieren. Und ein englisches Sprichwort bezeichnet Sarkasmus als die niedrigste Form des Witzes. Harte Worte – dennoch liegt natürlich Wahrheit darin. Denn sarkastische Menschen können sehr wohl verletzend sein und mit ihrem Spott andere ganz schön aus der Fassung bringen.

Sarkasmus wird oft auch als eine Form der Ironie beschrieben. Genauer betrachtet ist die Ironie aber eher eine bestimmte Technik, Dinge auszudrücken – meist ins Gegenteil verkehrt. Ironie kann durchaus witzig sein und Humor unterstreichen. Ironie kann in manchen Situationen eine intelligente Geistesfähigkeit sein, die andere zum Lachen bringt. Dann spricht man von positiver Ironie, die niemand etwas Böses will. Sarkasmus dagegen hat stets eine Absicht. Und zwar eigentlich nur eine – den Verspotteten zu verletzen.

Sarkasmus ist für denjenigen, der ihn abbekommt, immer eine Herausforderung

Für viele Menschen ist es ein Graus, mit Sarkasmus konfrontiert zu werden, denn die Kombination von Gehässigkeit und Ironie ist gerade für zarte Gemüter nicht leicht zu ertragen. Auch für das Gehirn ist Sarkasmus eine wahre Herausforderung. Er kommt meist sehr subtil und doppeldeutig daher, und manchmal ist er für Außenstehende schwer zu verstehen. Bisweilen gibt es Menschen, die überhaupt nicht in der Lage sind, Sarkasmus als solchen zu erkennen (z. B. Autisten). Man hat herausgefunden, dass dafür verschiedene Teile des Gehirns ganz exakt zusammenwirken müssen. Wenn das nicht funktioniert oder Areale des Hirn nicht so arbeiten, wie sie es sollten, nimmt man den Sarkasmus seines Gegenübers nicht wahr. Denn nur, wer sich in den Absender hinein versetzen kann, ist in der Lage den Hohn oder Spott auch zu verstehen.

Studien über Studien

Viele Wissenschaftler und Forscher stellen sich die Frage, ob Menschen, die sarkastisch sind, kreativer und intelligenter durchs Leben gehen. Vor allem weil man sagen kann, wer in der Lage ist, Worte so zu verpacken, muss klüger sein. Einig sind sich die Experten in ihren Ergebnissen nicht. Und es ist wie bei fast allen Themen, die erforscht werden – die eine Studie behauptet dies. Eine andere widerlegt die These und behauptet genau das Gegenteil.

Aber was sind das für Menschen, die ohne Sarkasmus scheinbar nicht leben können?

Nun, was sind das für Menschen, die Sarkastischen, die Gemeinen und Verletzenden? Sind sie besonders intelligent? Gehören Sie zu denen, die immer selbstsicher durchs Leben gehen? Das zu beurteilen ist nicht ganz einfach. Denn es ist von allem ein bisschen. Worte oder Argumente sarkastisch oder auch ironisch zu verpacken, das kann sicherlich nicht jeder. Doch geht der Sarkasmus und die negative Ironie zu weit, ist es die volle Absicht, den anderen zu verletzen, zu treffen – hört der Spaß auf.

Auch die Überlegung, was Sarkasten eigentlich hinter ihrem beißenden Spott verbergen, drängt sich auf. Denn wie bei so vielen Menschen, die nach außen hin hart tun und der Welt stets zeigen, dass beinahe nichts sie umhauen kann, versteckt sich oft ein ganz weicher, verletzlicher Kern. Wenn man genau hinschaut, diese Menschen näher kennenlernt, erkennt man oft einen Mensch, der ganz tief im Inneren sogar unsicher ist. Hier gibt es immer zwei Varianten: entweder man trägt die Unsicherheit auch nach außen oder im Falle unseres Sarkasten, geht dieser Mensch lieber auf Angriff als selber verletzt zu werden. Um diese weiter zu vertiefen, müsste man tief in die Psychologie einsteigen, was an dieser Stelle zu weit führen würde.

Toxisch oder nicht?

Oft taucht in diesem Zusammenhang auch das Wort toxisch auf. Sind sarkastische Menschen toxisch? Was damit gemeint ist? Vergiften sie ihr Umfeld und nehmen negativen Einfluss?

Klar hier und da ein betont sarkastisches Häppchen, hier eine Prise Ironie – das kann auch durchaus unterhaltend sein. Zielen es Menschen aber nur darauf ab, den anderen zu treffen, hat dies sicherlich eine toxische beziehungsweise eine negative Wirkung auf das Gegenüber. Denn das vergiftet im wahrsten Sinne des Wortes die Atmosphäre.

Und wie kann man sich dagegen schützen?

  • Setze Grenzen. Mach deinem Gegenüber klar, dass sein Verhalten verletzend ist und dass du das nicht möchtest. Verzichtest du darauf, verleiht das dem anderen Macht und Kontrolle. Daraus zieht dieser Energie in Form eines Erfolgserlebnisses.
    Erlaube niemals, dass dich jemand mit dieser Art der Ironie verletzt oder bloß stellt.
  • Antworte nicht mit Ironie oder Sarkasmus auf Sarkasmus. Das setzt nur das negative Spiel fort.
    Erlaube niemals, dass dich jemand in dieses Spiel hineinzieht.

Natürlich gibt es noch viele andere Arten und Weisen, wie du mit derartigen Charakteren umgehen kannst. Am besten ist es, immer in dich hinein zu hören, wie derjenige auf dich wirkt und was seine Verhaltensweise mit dir macht. Du hast immer die freie Wahl, zu entscheiden. Vielleicht findest du ja einen Weg, ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen. Bestenfalls verlasse einfach den Raum und entferne dich aus dem Umfeld eines sarkastischen Menschen. Denn niemand muss sich dem freiwillig aussetzen.