Es ist mal wieder soweit. Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Wieder hat man vieles von dem, was man sich für letztes Jahr vorgenommen hatte, nicht umgesetzt. Nicht mit dem Rauchen aufgehört, sich wieder nur im Fitnessstudio angemeldet, aber nie hingegangen und immer noch nicht auf Weltreise gewesen. Die Wohnung ist nicht neu gestrichen und das Unkraut sprießt immer noch wild auf der Terrasse.

Doch nicht nur die Umsetzung lang geplanter Ziele fällt häufig schwer. Selbst kleine Dinge, wie der Vorsatz früher ins Bett zu gehen oder sich gesünder zu ernähren, sind am nächsten Tag oft wieder vergessen. Dabei belügen wir uns regelmäßig selbst “Heute gönne ich mir die Pizza noch, ab morgen wird Diät gemacht.” oder “Das nächste Mal fange ich früher mit meiner Seminararbeit an.”

Aber warum fällt es uns so schwer, einmal gefasste Vorsätze auch tatsächlich umzusetzen? Die Antwort ist einfach: Es ist leichter. Der Mensch geht gerne den Weg des geringsten Wiederstands und die Durchsetzung unserer Ziele erfordert häufig Disziplin und Ausdauer. Dabei vergessen wir, dass unser Ich von morgen auch kein anderer Mensch ist, als der der wir heute sind. In einer Nacht passieren kaum große Veränderungen und auch ein Jahr ist schneller vorbei als einem lieb ist. Es ist leicht, dem zukünftigen Ich alles zuzuschieben.

Gerne reden wir uns ein, dass im nächsten Jahr, im nächsten Monat, am nächsten Tag alles besser wird und wir unser Verhalten durch Rationalität und Vernunft steuern können. Doch nur mit Vernunft und Rationalität lässt sich die Aufschieberitis nicht besiegen. Was hilft, ist die Einsicht, dass wir alle nur Menschen sind und es okay ist, nicht alles, was man sich vorgenommen hat, auch unverzüglich in die Praxis umzusetzen.

Doch wie schafft man es, aus diesem Kreislauf auszubrechen? Seine Ziele zu verwirklichen? Eine Universallösung gibt es hierfür nicht. Die gute Nachricht ist jedoch, was für die Selbsttäuschung funktioniert, funktioniert auch umgekehrt. Zunächst sollte man keine zu hohen Erwartungen an sein zukünftiges Ich stellen. Besonders dann, wenn etwas schon mehrmals aufgeschoben wurde, ist die Chance, es allein durch Gutzureden am nächsten Tag wirklich umzusetzen, eher gering. Die konsequente Umstellung und Veränderung der eigenen Gewohnheiten braucht Zeit und Durchhaltevermögen.

Weil es genau an diesen beiden Punkten häufig scheitert, sollte man sich Selbstüberlistungstaktiken zulegen. Wie diese in der Praxis aussehen, hängt von der eigenen Motivation und den eigenen Werten und Vorstellungen ab. Wir alle haben unterschiedliche Träume und Ziele die uns antreiben und die wir verwirklichen möchten. Genau so hat jeder Mensch eine Wunschvorstellung, wie er in den Augen anderer gesehen werden möchte. So ist der Eindruck, man sei unzuverlässig und träumerisch und würde seinen Worten nie Taten folgen lassen, für die meisten nicht sehr erstrebenswert.

Daher ist eine beliebte Selbstüberlistungstaktik, anderen Menschen von seinen Vorsätzen und Ideen zu erzählen und so einen gewissen externen Erwartungsdruck gegen sich aufzubauen. Der eigene Antrieb diese zu erfüllen, ist dann oft höher, als nur sich selbst überzeugen zu müssen.

Auch sich selbst für realisierte Vorsätze zu belohnen ist ein beliebtes Mittel, den eigenen Schweinehund zu überwinden. Warum will man etwas erreichen? Was hat man selbst davon? Wie wirkt sich die Entscheidung auf das eigene Leben aus? Ein guter Weg, sich selbst zu belohnen, ist zum Beispiel eine Party zu planen oder sich zum Essen zu verabreden. So ist eine Poolparty für das Ziel abzunehmen oder mehr Sport zu treiben oft die beste Motivation.

Jeder weiß für sich selbst am besten, was ihn motiviert und mit welchen Tricks man sich selbst am ehesten überlistet. Häufig hilft es schon, sich selbst einzugestehen, dass man nur ein Mensch ist und es für manche Vorsätze mehr als einen Anlauf braucht, bis sie schließlich realisiert werden.