Fast jeder ist davon ab und zu betroffen. Viele merken es nicht einmal, aber wenn die Zeiten, in denen du nichts schaffst und eigentlich trotzdem etwas tun solltest, immer größer werden, spricht man von Prokrastination. Doch was ist Prokrastination eigentlich? Im Deutschen sprechen wir von Aufschieben. Es gibt das tolle Sprichwort „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“, doch Vielen fällt gerade das ziemlich schwer.

Wenn sich die Berge an Arbeit türmen und du trotzdem immer weiter alles aufschiebt, bist du am prokrastinieren. Manche sprechen von einer schlechten Angewohnheit, Andere von einer krankhaften Arbeitsstörung, denn gerade in der Arbeitswelt, aber auch wenn du eine Hausarbeit abgeben musst, ist die Versuchung groß, alles liegen zu lassen, bis der Schuh wirklich drückt. Damit es gar nicht erst dazu kommt, verraten wir dir heute effektive Mittel, um gar nicht erst in den Trott des Verschiebens zu kommen und der Prokrastination den Kampf anzusagen.

Prokrastination vorbeugen – Große Aufgaben in kleine Häppchen spalten

Der am weiten verbreitetste Grund, Aufgaben aufzuschieben, liegt in der Unübersichtlichkeit der Aufgaben. Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, fängst du oftmals gar nicht an. Das effektivste Mittel ist es, die große Aufgabe in viele kleine Aufgaben aufzuteilen. So ist eine 2 Stunden Aufgabe, jeden Tag in 15 Minuten eingeteilt, eine zu bewältigende Aufgabe, über die du gar nicht lange nachdenken musst. Wer schnell anfängt, kann nach der abgelaufenen Zeit auch schnell wieder aufhören und kommt gar nicht erst in den Trott, alles liegen zu lassen.

Ähnlich effektiv wird es, wenn ihr unbeliebte Aufgaben sofort erledigt. Arbeit, die ungern gemacht wird, wird oftmals aufgeschoben. Das kann das wöchentliche Putzen genauso sein wie die Hausarbeit zu einem unbeliebten Thema. Du findest sicherlich 1000 Gründe, diese Aufgabe jetzt nicht zu bewältigen, aber wenn du dich kurz daransetzt und die Aufgabe erledigst, spukt sie dir nicht mehr im Kopf herum.

Natürlich gibt es wahrscheinlich 1000 wichtigere Aufgaben, die du in der Zeit erledigen könntest, aber auch diese Aufgabe ist wichtig. Daher gilt es Ablenkungen zu vermeiden und nur das, was du für die Aufgabe brauchst, vor dir zu haben. Du darfst der Aufgabe nicht aus dem Weg gehen und wenn du sie erledigt hast, bist du froh darüber – versprochen!

Andere Menschen einbeziehen

Wenn du überhaupt keine Motivation hast, deine Aufgabe zu bewältigen bzw. dir einfach die Willenskraft fehlt, solltest du dich mit Anderen verabredet. Das funktioniert beim Sport genauso wie bei den Hausarbeiten, die du abgeben musst.

Wer Verbindlichkeiten schafft, kann sie schlecht verschieben oder absagen und so kannst du der Prokrastination entgegenwirken. Das funktioniert besonders gut, wenn die andere Person, mit der du dich verabredet hast, für eine Sache brennt. Wer sich also mit einem Sportler zum gemeinsamen Sport machen verabredet, wird garantiert mehr Erfolg haben als jemand, der es alleine versucht.

Zudem kann es ratsam sein, der jeweiligen Person von deinem Prokrastinationsproblem zu erzählen. So ist diese Person gleich doppelt motiviert, dir zu helfen.

Die Angst zu versagen

Falls du aber kreativ sein willst und sich bei dir keine neuen Gedanken einstellen, die du auf Papier bringen kannst, hilft oftmals auch ein Tapetenwechsel. Wer sonst nur in der Wohnung oder im Atelier seine Zeit verbringt, sollte öfter einmal eine Pause einlegen.

Stell dir einen Wecker auf 30 bis 45 Minuten, geh hinaus in die Welt, in den Park, in die Stadt oder geh außerhalb etwas Essen, um neue Eindrücke zu bekommen. Der Ortswechsel gibt dir optisch neue Reize und Eindrücke, sodass es sich danach viel einfacher arbeiten lässt. Nach dem Ausflug ist es aber wichtig, sich wieder an die Arbeit zu setzen und nicht zu lange draußen zu bleiben, sonst klopft die Prokrastination gleich wieder an deine Tür.

Wer Angst hat, eine Aufgabe zu erledigen, weil danach eine noch größere Aufgabe winkt, der sollte sein Problem einmal hinterfragen. Woran liegt es, dass ich keine Lust darauf habe? Wer kann mit helfen und warum habe ich Angst vor einem Versagen?

Wer sich seinen Problemen stellt, kann offener daran arbeiten. Wenn du nun weißt, dass die Vorbereitung für eine Präsentation das Problem ist, weil du Angst vor der Präsentation hast, ist es sicherlich keine gute Idee, die Vorbereitung einfach sausen zu lassen. Je besser du dich vorbereitest, desto besser wird später auch die Präsentation.

Es ist gut, sich mit dem eigentlichen Problem auseinanderzusetzen, um die Augen für das Vorher offen zu halten und dies dann einfach abzuarbeiten. Oftmals geht es nämlich nur um ein abstraktes Gefühl, das, wenn du dich damit auseinandersetzt, schnell wieder verschwindet und du so besser an der eigentlichen Aufgabe arbeiten kannst.

SOFORT & JETZT!

Generell ist es wichtig, Aufgaben sofort anzugehen. Sobald du das Gefühl hast, zu prokrastinieren, solltest du etwas dagegen tun. Das kann ein kleiner Ausflug sein, eine Verabredung mit einem Freund, um die Aufgaben zu erledigen oder die Einteilung in kleine Häppchen. Wichtig ist, JETZT SOFORT etwas zu tun und keine große Zeit verstreichen zu lassen, bis es zu knapp wird. Natürlich kannst du 100 Ausreden finden, etwas nicht zu tun, aber wichtiger ist es, die Aussage zu finden, die dafür sorgt, dass du sofort und gleich etwas tust. In diesem Sinne: Leg los und denkt gar nicht erst darüber nach!