IQ, EQ, AQ und CQ. Es ist schwierig, bei all diesen Begriffen durchzublicken und zu verstehen, was sie bedeuten und wie sie auf die eigene Karriere Einfluss nehmen können. Oder wie du deiner Karriere eine klare Linie gibst.

Um bei all diesen Begriffen durchzublicken, hier eine kurze Übersicht. Die wohl am meisten bekannten Abkürzungen, die sich im Alltag etabliert haben, sind der IQ und der EQ. Beim IQ handelt es sich um den bestens bekannten Intelligenzquotienten, der etwas reduziert verbale und mathematische Logik misst und ganz allgemein kognitive Fähigkeiten aufzeigt.

Der Quotient emotionaler Intelligenz, kurz EQ, fasst die Fähigkeit, sich selbst zu erkennen, Empathie und generell Kommunikationsfähigkeiten zusammen. Das heißt die eigenen Gefühle und die Anderer zu erkennen. AQ und CQ sind weniger bekannt. AQ bezeichnet den „adversity quotient“, sozusagen den Widrigkeitsquotienten. Dieser zeigt an, wie eine Person sich widrigen Umständen entgegenstellt und Lösungen kreiert. Der Curiosity Quotient (CQ) beansprucht für sich zu messen, wie kreativ und neugierig Menschen sind, aber auch wie flexibel sie denken können. Außerdem bewertet er, ob du einen „hungrigen“ Kopf hast, also wie lernbereit du bist.

Alle vier Quotienten spielen eine wichtige Rolle bei deiner Karriereplanung und dabei, die Karriereleiter hochzusteigen. Doch beginnen wir mal von vorne. Wenn du der Human Resource Manager eines Unternehmens wärst: Würdest du intelligente Menschen einstellen wollen? Für die allermeisten Jobs ist die Antwort ein klares Ja. Dasselbe gilt natürlich auch für die anderen Quotienten.

Soweit so gut. Doch was kann man individuell aus dem Gemengelage herausfiltern? Es ist gut, wenn du deine Quotienten bestimmen kannst. Viele Arbeitgeber verlangen sogenannte Assessments als Teil des Bewerbungsverfahren. Brechen wir es einmal auf.

Der IQ-Test ist in Teilen in vielen Bewerbungsverfahren vorzufinden. Vor allem wenn du einen technischen Beruf anstrebst, solltest du daran arbeiten, den IQ-Test bewältigen zu können.Für alle, die schon immer etwas schlechter beim logischen Denken abgeschnitten haben, sei erwähnt, dass der EQ laut Experten eine große Ausstrahlungskraft bei Bewerbungen und im Job hat. Laut Daniel Goleman, Autor und Psychologe, sind strikte IQ-Tests sehr einseitig und können nicht die gesamte menschliche Intelligenz abbilden. Daher empfiehlt er den EQ-Test und auch die Nutzung anderer Quotienten. Die menschliche Intelligenz besteht eben nicht nur aus einseitigem (Fach-) Wissen.

Um auf dem Arbeitsmarkt zu bestehen muss man nicht unbedingt die besten akademischen Abschlüsse oder starkes Fachwissen vorweisen können. Eine Person, die ihren IQ, EQ, AQ und CQ komplett ausgebildet hat, kann sehr wohl auch ohne Abschluss einen guten Job finden, beziehungsweise gegenüber einer Person mit geringen Quotienten hervorstechen. In Bereichen wie dem Verkauf oder der Kundenakquise, zum Beispiel, ist ein hoher EQ von größerem Vorteil als ein hoher IQ. So ergab die interne Untersuchung eines Versicherungsunternehmens, dass Mitarbeiter im Verkauf mit weniger EQ nur die Hälfte an Versicherungspolicen verkauft haben, als Versicherungsvertreter mit hohem EQ. Wenn jemand jedoch andererseits einen Ingenieur benötigt, sucht man wohl eher nach einer Person mit hohem IQ.

Auch der AQ und der CQ sind entscheidend im Beruf. Experten meinen sogar der AQ ist sehr entscheidend für deinen Erfolg. Warum? Der AQ ist ein Indikator für Zufriedenheit, Vitalität und Gesundheit. Ein hoher AQ, davon gehen Studien aus, bedeutet, dass man sich schneller erholen kann und somit fit ist für den Arbeitsalltag. Die gute Nachricht ist: Man kann den AQ kultivieren und steigern. Natürlich ist es auch hier besser, von klein auf anzufangen. Aber es gibt Workshops, in denen man lernen kann, sich adversities (“Widrigkeiten) besser entgegenzustellen und zu managen.

Ein hoher CQ wiederum bedeutet, dass du offen für neue Experimente und wissbegierig bist, Routine ablehnst und auf der ständigen Suche nach Neuem bist. Das bedeutet, dass du mit einem hohen CQ mehr eigene Ideen entwickeln kannst. Es gibt noch nicht viele Studien darüber, aber es gibt Anlass dazu, dass ein hoher CQ bei Menschen die Fähigkeit nahelegt, Komplexität nicht nur einseitig steuern zu können. Außerdem führt wohl ein hoher CQ über die Zeit zu einem höheren Level an intellektuellem Investment und der Wissensaneignung. Anders gesagt: Wissen und auch Fachwissen, genauso wie Erfahrung, übersetzen komplexe Situationen in uns Vertraute, was den CQ zu einem ultimativen Werkzeug macht, um einfache Lösungen für komplexe Probleme zu schaffen.

Es wurde herausgefunden, dass Kinder, die Kurse mit dem Schwerpunkt Charakterbildung und emotionale Intelligenz hatten, später auch mehr Erfolg im Beruf hatten. Was du daraus für deine Karriere mitnehmen solltest, ist das Verständnis dafür, sich erstens stets weiterzubilden und, zweitens, sich nicht nur auf einen Bereich zu beschränken, sondern stets im Hinterkopf zu haben, auf vielen Gebieten neue Fähigkeiten und Wissen anzueignen. So macht es Sinn, wenn du neben kognitiven Skills, wie Gedächtnis oder geistige Konzentration, auch neue soziale und emotionale Fähigkeiten erlernst, die dich im persönlichen und im Berufsleben mit Sicherheit weiterbringen werden. Emotionale Fähigkeiten können sich teilweise auch auf den Kant’schen Imperativ herunterbrechen lassen. Kurz und abgewandelt: Behandele Menschen so, wie du von ihnen behandelt werden möchtest. Für einige von uns, die mit einem durchschnittlichen IQ ausgestattet sind, kann Neugier, emotionale Skills und auch das korrekte Umgehen mit „adversities“ (Widrigkeiten) eine Chance darstellen, auf dem Arbeitsmarkt und in der Karriere nach vorne zu kommen.

Wie schon Albert Einstein sagte: „Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig“. Das sollte dein Ziel sein. Sei neugierig! Trotze den Widrigkeiten, die sich dir in den Weg stellen, aber bleibe dabei anständig im Umgang mit deinen Mitmenschen.