Bringt dieses Praktikum wirklich etwas für meine Karriere? Feine Unterschiede

Dir ist klar, dass du nicht sofort nach dem Studium oder der Ausbildung an den Top-Posten gelangst, also eine schöne Summe einstreichst und gleich Verantwortung übernehmen darfst. Als Teil der „Generation Praktikum“ ist dir bewusst, dass ein Praktikum heute fast Standard ist. Aber ist jedes Praktikum auch sinnvoll, bzw. zielführend?

Es gibt im Internet x Praktikumsbörsen, auf denen auch immer diverse Praktika angeboten werden. Du stürzt dich also zunächst recht optimistisch auf das Angebot, was auch die richtige Einstellung wiederspiegelt. Doch, halt, hier brauchst du eine kleine Dechiffriermaschine, die dir dabei hilft, die echten Chancen, auch die auf einen festen Job, von den Hiwi-Jobs zu unterscheiden. Da du ja nicht allein auf der Welt bist, hast du jetzt schon einige Hilfsmittel, nämlich Foren oder deine verschiedenen sozialen Netzwerke. Fang also an mit der Recherche, wenn dir etwas wirklich gefällt!

Nicht alles, was glänzt, ist Gold

Als noch relativ unerfahrener Mensch, der die Berufswelt noch nicht so genau kennt, klingt alles in deinem Bereich Angebotene sicher erst mal gut. Frag aber lieber in deinem Umfeld herum, wer Erfahrungen mit einer Firma gemacht hat. Auch gibt es Seiten, auf denen Noch- und Ex-Mitarbeiter sich mit Hilfe von Rankingsystemen über ihre Firma auslassen. Du musst hier natürlich genau hinsehen, denn ein aus Frust verfasster „Verriss“ könnte dich davon abhalten, deine eigenen, eventuell sehr viel besseren, Erfahrungen mit einem Arbeitgeber zu machen. Geh also mehrgleisig vor, hol dir so viele Infos wie möglich und vergleiche sie. Dann siehst du schon klarer, ob ein Betrieb ein „no go“ ist.

Dein Besuch in einer Firma – es wird spannend!

Es gibt – das ist wirklich wahr – mittlerweile sogar Betriebe, die als Start-ups ausschließlich mit Praktikanten arbeiten. Warum das so ist, ahnst du schon: Es geht natürlich auch um Geld, das erst noch herein kommen soll. Aber wenn du an ein solches Start-up gerätst, schau aus mehreren Gründen gut hin. Es mag zwar wie „Wir sind alle gleich“ wirken, alle sind neu, aber am Ende hast du doch mit einem Chef oder einer Chefin zu tun. Und diese/r sucht sich eventuell die besten Leute für die Zukunft aus. Hier wird es also etwas schwierig für dich, zu erkennen, ob nur „Geiz ist anregend“ der Grund ist, oder ob es sich wirklich um eine Gründerphase handelt, die aber schnell überwunden sein wird – mit Hilfe von Top Leuten wie dir, die voll einsteigen.

Der „Stift“ vergangener Tage – heute heißt er manchmal Praktikant

Du kannst, wenn du Kontakt zu einer Firma aufgenommen hast und eingeladen wirst, gut an Bemerkungen wie „Unser Praktikant macht das schon“ erkennen, dass „unser Praktikant“ das Mädchen für alles in einem Betrieb ist. Der oder die Gute holt das stille Wasser für dich, er händigt dir zwecks Überbrückung der Wartezeit eine Broschüre aus und ist auch sonst der gute Geist der Firma. Willst du so etwas auch werden, „Unser X macht das schon, egal, was es ist“? Diese fast rhetorische Frage solltest du für dich mit „Nein!“ beantworten, denn du wirst den Posten nach einigen Monaten in etwa so schlau wie vorher verlassen. Bleistifte bestellen, Wasser ausschenken und immer mal die Telefonanlage bedienen konntest du vermutlich schon vorher.

Bei Fragen: fragen?

Die Wertschätzung, die dir als Praktikant und wertvolles Mitglied einer Firma zuteil wird, kannst du auch gut daran ablesen, ob sich Zeit für deine Fragen genommen wird, am Telefon beim Erstkontakt und im Bewerbungsgespräch. Wenn dir nur kurz skizziert wird, worin deine Aufgaben bestehen werden, lass die Finger davon. Fragen von deiner Seite werden wohl als den Ablauf störend empfunden. Wenn du aber das Gefühl bekommst, dass du dich „einbringen“ kannst, dir auch schon eigenständige Aufgaben in Aussicht gestellt werden, greif zu, wenn du kannst. Hier wartet nämlich ein gewisses Potenzial – und eventuell sogar der Traumjob – auf dich.