Kennst Du das auch? Schon früh am Morgen warst Du sehr produktiv, hast deine Aufgaben im Nu erledigt und alles ging Dir leicht von der Hand. Zur Belohnung hast Du Dir dann gegen Mittag eine leckere Pizza von Deinem Lieblingsitaliener gegönnt. In froher Hoffnung, die zweite Phase des Tages ebenso zu gestalten wie die erste, machst Du dich wieder an die Arbeit. Doch dann kommt das, was Dir um diese Tageszeit allzu oft begegnet: das Mittagstief. Am liebsten würdest Du jetzt die Augen schließen und ein kleines Nickerchen machen, um deine Arbeitsmotivation zu fördern. Auf der Arbeit wird das jedoch nicht gerne gesehen. Oder wer akzeptiert einen Mitarbeiter, der jeden Mittag gegen 13 Uhr dösend auf seiner Tastatur schläft? Vermutlich keiner!

Woher kommt das Mittagstief?

In der Wissenschaft spricht man hier von der postprandialen Somnolenz. Manch einer möchte diese auf zu wenig Schlaf in der Nacht zurückführen. Dies ist wiederum ein Trugschluss. Der Fakt, dass unsere psychische wie physische Leistungsfähigkeit gen Mittag abnimmt ist vor allem auf unser Verdauungssystem zurück zu führen. Nach dem Mittagessen arbeitet unser Körper auf Hochtouren. Schließlich muss das leckere Mittagessen erst einmal von der Speiseröhre in den Magen befördert werden, wo dann die Nahrungsverwertung stattfindet. In diesem Prozess durchfließt sauerstoffreiches Blut den Magen, welches die herausgelösten Nährstoffe aus der Nahrung in den Darm transportiert. Und genau dieses Blut steht während dieses Prozesses nicht dem Gehirn zur Verfügung. Das wiederum äußert sich im Mittagstief. Dieser Effekt kann durch schweres, fettes Essen sogar noch verstärkt werden, denn dieses kann von unserem Körper nur langsam und mit viel Aufwand verarbeitet werden.

Was tun gegen das Tief?

Wenn die Motivation sinkt und das Mittagstief seinen Zenit erreicht gibt es immer noch ein paar Regeln, die Du beachten kannst, um Dich schneller zu erholen. Folgende sind:

1. Mittagsschlaf

Klingt schon fast irgendwie altmodisch, spricht doch heute jeder von einem Powernap. Aber Vorsicht: es gibt Menschen, die fühlen sich nach einer solchen kurzen geistigen Abwesenheit noch müder und wiederum andere, die das kleine Schläfchen dann doch auf mehrere Stunden ausdehnen. Forscher haben herausgefunden, dass 15-20 Minuten vollkommen reichen, um unseren Kreislauf wieder in Schwung zu bringen. Über 30 Minuten sorgen jedoch tatsächlich für das Gegenteil: Wir fühlen uns noch müder als zuvor. Deshalb vergiss nicht Deinen Wecker zu stellen. Noch ein Tipp: Gibt es auf der Arbeit einen möglichen Rückzugsort? Vielleicht eine verlassene und gut gepolsterte Bank, irgendwo im Büro? Dann mache es Dir nach dem Essen dort ein paar Minuten gemütlich.

2. Frische Luft schnappen

In deinem Büro „steht“ die Luft und es ist wohlig warm? Kein Wunder, dass Dir gleich die Augen zu fallen! Jetzt gilt: Fenster öffnen und Sauerstoff reinlassen. Oder noch besser, ein kleiner Spaziergang. Diesen aber bitte nicht auf dem Bürgersteig neben der voll befahrenen Hauptstraße machen, sondern in eher grünen Gefilden, die reichlich Sauerstoff bieten. Am besten kommen wir wieder in Fahrt nach einem kleinen Ausflug im Park oder im Wald.

3. Für den kleinen Hunger

Eine große Pizza ist eindeutig zu viel für eine Mittagspause, denn auch hier gilt: weniger ist mehr. Setze stattdessen lieber auf viele kleine Mahlzeiten zwischendurch. Morgens einen Becher Joghurt, vormittags ein paar Weintrauben oder eine Handvoll Nüsse und Du wirst sehen dein Heißhunger auf den knusprig krossen Pizzateig und die frische Peperonisalami nimmt ab.

4. Viel trinken

Wenn Du auch am Mittag möglichst wenig Leistungsfähigkeit einbüßen und deine Arbeitsmotivation fördern willst, musst Du trinken. Tatsächlich wird die Flüssigkeitszufuhr, die für unseren Körper so wichtig ist, ziemlich oft vergessen. Es gibt mittlerweile sogar Apps für das Smartphone, die uns an die tägliche Wasserzufuhr erinnern. Und ja, die Rede ist von Wasser oder leicht bekömmlichen Kräutertees. Süße Limonaden setzen unserem Körper zu und bewirken das Gegenteil.

5. Gesund und fettarm

Was bei Getränken gilt, zählt natürlich auch für das Essen. Statt der fettigen Pizza gönne Dir doch einfach einen knackigen Salat mit gebratenen Putenbruststreifen, Granatapfelkernen, Walnüssen und Essig/Öl Dressing. Fehlt Dir die Zeit zur Zubereitung, so schaue Dich einmal im Supermarkt um. Auch hier wird nicht mehr nur Fast Food in Form von Mettbrötchen oder einer halben Fleischwurst mit Brot angeboten. Für Powerfood gegen das Tief wirst du beispielsweise an der Salatbar fündig.

6. Riech mal!

Wer unter Schlafmangel leidet, der legt sich zur Beruhigung ein Säckchen Lavendel- oder Baldrianblüten unter das Kopfkissen. Wer jedoch unter Müdigkeit leidet, kann ebenfalls auf spezielle Düfte zurückgreifen. Pfefferminzöl wirkt beispielsweise erfrischend und belebend für Körper und Geist. Es genügt, wenn Du ein paar Tropfen davon auf ein Baumwolltuch gibst und hin und wieder einatmest.

7. Koffeinschub

Für manche ist sie schon Gewohnheit, die Tasse Kaffee vor dem Frühstück und die danach und die danach und die danach… Wenn das so ist, können wir auch den aufputschenden Effekt des Koffeins nicht mehr so verstärkt wahrnehmen. Wer jedoch deutlich seltener Kaffee trinkt, der hat auch was davon, nämlich mehr Energie. Idealerweise nimmst Du eine Tasse Kaffee oder Espresso zu Dir, machst einen kurzen Powernap und profitierst dann von einem doppelten Energieschub, denn das Koffein zeigt erst ca. 30 Minuten nach Einnahme seine volle Wirkung.

8. Erfrischung gefällig?

Wärme, Gemütlichkeit, Ruhe – das alles macht uns müde. Willst Du deine Leistungsfähigkeit erhöhen und deine Müdigkeit eindämmen, kannst Du auf Wasser zurückgreifen. Nein, nicht nur zum Trinken, sondern auch zur Benetzung deiner Haut. Stelle die Wassertemperatur so kalt wie möglich, schöpfe eine große Menge mit deinen Händen und halte dein Gesicht hinein. Diese Variante funktioniert auch mit einem Waschbecken voller Wasser und Eiswürfel, dies macht sich jedoch auf der Arbeit eher schlecht. Das Ganze funktioniert auch „to go“. Dazu nimm Dir einfach einen nassen, kalten Waschlappen mit ins Büro und kühle damit Stirn und Nacken.

9. Leichte Tätigkeiten

Wie Du siehst lässt sich das Tief am Mittag nicht ganz vermeiden, sondern nur eindämmen. Irgendwann lässt die Arbeitsmotivation einfach nach. Wenn es soweit ist, solltest Du Dich auf einfachere Aufgaben konzentrieren. Gibt es noch ein paar Mails zu checken? Und wie sieht es eigentlich auf deinem Desktop aus? Solange dein Mittagstief noch andauert kannst Du solchen kleinen Tätigkeiten nachgehen und etwas Ordnung schaffen, um danach wieder voll durchzustarten.

Gesunde Ernährung gegen das Mittagstief

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge soll Eiweiß dabei helfen die eigene Leistungsfähigkeit anzukurbeln. Kohlenhydrate hingegen können die Hirnaktivität für einen gewissen Zeitraum einschränken. Eiweiß sorgt dafür, dass Zellen angeregt und Botenstoffe aktiviert werden, die für einen besseren Stoffwechsel im Gehirn sorgen. In der Praxis kannst Du den Test machen: Wie fühlst Du dich nach einer großen Pizza und wie nach einem Fitnesssalat?

Um dir die aktuellen Erkenntnisse rund um eiweißreiche Kost zunutze zu machen, gibt es ein paar Ernährungstipps gegen dein Mittagstief:

1. Geflügel und Fisch

Dass Geflügel und Fisch gesünder sind als etwa Schweinefleisch weiß heute jedes Kind. Vor allem Pute und Hähnchen sind leicht bekömmlich und dazu gute Eiweißlieferanten. Nicht nur während der Erkältungszeit sollte daher Hühnersuppe auf dem Speiseplan stehen. Sie stärkt außerdem das Immunsystem und hält die Lebensgeister fit. Genau das richtige gegen ein drohendes Mittagstief. Aber auch Fisch und Meeresfrüchte halten fit und stärken unsere Konzentrationskraft. Lachs, bzw. Thunfisch ist ein super Eiweißlieferant. Daneben versorgen uns die Meerestiere auch noch mit wertvollen Nährstoffen wie Vitamin A, Omega-3-Fettsäuren und Jod.

2. Salatmix

Salat ist nicht gleich Salat. Um gegen das Mittagstief anzukämpfen und die Arbeitsmotivation zu fördern darf es gerne mehr als ein paar Blätter frisches Grün sein. Feta und Oliven können deinen Salat ebenso aufpeppen wie Nuss- oder Kernmischungen. Dazu gibt es natürlich eine leicht bekömmliche Vinaigrette auf Essig und Öl Basis.

3. Hülsenfrüchte und Tofu

Vor allem Vegetarier nehmen sich ihre Ration Eiweiß gerne aus Hülsenfrüchten und Tofu. Erbsen und Linsen sind besonders ballaststoffreich und gesund für unseren Magen-Darm-Trakt. Aber auch Tofu hilft uns gegen das Mittagstief und ist vielseitig kombinier- und einsetzbar.

Darüber hinaus sind Eier natürlich die besten Eiweißlieferanten. Ein frisches Körnerbrot mit Eiern und Harzer Käse, der ebenfalls sehr eiweißreich ist, ist ideal für deine Mittagspause ebenso wie ein leichter Quark mit Mandeln oder Erdbeeren zum Nachtisch.

Fazit

Wie Du siehst, bist Du dem Mittagstief nicht vollkommen hilflos ausgeliefert und kannst durchaus etwas dagegen tun und deine Arbeitsmotivation fördern. Vor allem deine Ernährung selbst bestimmt, wie Du dich nach deinem Mittagsschmaus fühlst. Eiweißreich und gesund sollte sie sein. Zu viel und zu fett lässt Dich stattdessen nur müde werden. Sorge in deinem Büro oder an deinem Arbeitsplatz außerdem für eine gute Belüftung, um genügend Sauerstoff zu bekommen. Wenn die Müdigkeit einsetzt, gehe ein paar Schritte spazieren, trinke viel Wasser oder gönne Dir einen Koffeinschub. Und überall da wo es erlaubt ist: mache einen kurzen, aber intensiven Powernap. Wenn Du diese Tipps befolgst, wirst Du in Zukunft fit durch die Mittagspause kommen.