Da ist sie – die Traumstelle! Beim kurzen Überfliegen der Stellenausschreibung bist du total begeistert. Du musst diesen Job haben. Dass es ein Start Up Unternehmen ist, ist dir eigentlich egal und dass du belastbar sein musst natürlich auch. Jeder muss doch heute belastbar sein, oder nicht?

Tatsächlich erkennst du in einer Stellenausschreibung schon viel von der neuen Stelle, die du bald antreten wirst. Denn Stellenausschreibungen sprechen genau wie Arbeitszeugnisse einen bestimmten Slang. Manche Beschreibungen einer freien Stelle haben andere Bedeutungen, als sie auf den ersten Blick verraten.

Jede Stellenbeschreibung enthält damit einen Subtext, den du dir bewusst machen solltest, wenn du dich auf diese Stelle bewirbst. Sonst landest du später in einem Arbeitsverhältnis, bei dem du unterbezahlt bist, Überstunden schiebst oder die Kollegen nicht auf dich eingehen, weil sie schon seit Jahren miteinander festgefahren sind.

Alles Punkte, die niemand haben möchte, die aber doch immer wieder vorkommen, weil die Stellenbeschreibung nicht richtig gelesen wurde. Wir helfen dir, die Stellenbeschreibungen richtig zu lesen und verraten dir die geheimen Bedeutungen dahinter.

Viele Anforderungen an dich – Viele Informationen für dich

In Stellenausschreibungen kommen oftmals beliebte Phrasen vor, über die sich niemand gern Gedanken macht. Da stehen Dinge wie hohe Belastbarkeit, Eigenverantwortung, Einsatzbereitschaft oder auch Flexibilität. Alles Worte, über die du beim Lesen der Stellenanzeige stolperst, die aber in Wirklichkeit etwas anderes bedeutet, als du auf den ersten Blick denkst. Da fast jedes Unternehmen diese Floskeln benutzt, fällt es dir vielleicht nicht auf, dass gerade diese wichtig sind, damit deine Traumstelle nicht zum Alptraum wird. Werfen wir also einen Blick auf diese Phrasen:

  • Belastbar bedeutet oftmals Mehrarbeit. Diese muss nicht immer zwangsläufig bezahlt werden. Es kann sein, dass du an deine Grenzen stößt, wenn du immer wieder mehr Arbeit übernehmen musst.
  • Die Floskel eigenverantwortliches Arbeiten hat den Sinn, dass du wahrscheinlich niemanden hast, den du um Rat fragen kannst. Vielleicht wirst du auch nicht einmal richtig eingearbeitet. Die Motivation für diesen Job musst du selbst mitbringen, weil niemand überprüft, wie du arbeitest.
  • Einsatzbereit: Immer einsatzbereit sind Feuerwehrmänner, die loslaufen müssen, wenn es brennt. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wenn du also lieber einen Nine-to-five-Job haben möchtest, bist du sicherlich fehl am Platz, denn das Unternehmen braucht dich oftmals länger. Zu Stoßzeiten kann deshalb auch dein Privatleben darunter leiden, weil du viele Überstunden machen musst.
  • Flexibel ist ebenfalls ein Wort, das in jeder Stellenbeschreibung zu finden ist. Du musst dich bei einem flexiblen Job darauf einstellen, nicht jeden Tag die gleichen Aufgaben und Tätigkeiten auszuführen. Es kann sein, dass du hier und da eingesetzt wirst, je nachdem wo gerade Not am Mann ist.
  • Bei diesem Begriff kundenorientiertes Arbeiten wird schnell klar, dass du mit Kunden in Kontakt stehst, allerdings nicht wie genau. Du kannst zum Beispiel den Support am Telefon unterstützen oder Reklamationen von Kunden bearbeiten.
  • Ein besonders gemeines Wort in Stellenausschreibungen ist eine hohe Mobilität. Wer ständig mobil ist, ist ständig unterwegs. Manchmal sogar mit dem eigenen Auto, das wie selbstverständlich für die Firma genutzt wird. Es kann sogar vorkommen, dass die Anfahrtszeiten nicht zu den Arbeitszeiten gezählt werden und so fährst du ewig durch die Gegend, ohne dafür bezahlt zu werden.
  • Oft wird auch nach teamfähigen Kollegen gesucht. Teamfähig kann aber auch bedeuten, dass du deine Meinung für dich behalten solltest und deinen Kollegen die Arbeit abnimmst, auf die sie keine Lust haben.
  • Auch über ein leistungsgerechtes Gehalt solltest du dir Gedanken machen. Dahinter steckt ein provisionsbasiertes Gehalt, das du nur bekommst, wenn du zum Beispiel Verträge abschließt. Wenn du keine Verträge abschließt, bekommst du dementsprechend auch nicht so viel Gehalt.

Was die Beschreibungen des Unternehmens in Stellenausschreibungen bedeuten

Neben den Anforderungen an dich, stellt sich das Unternehmen auch selbst vor. Natürlich gibt es hier auch einige Floskeln und Phrasen, die dir einiges verraten.

Eine Start Up Mentalität ist zum Beispiel ein unsicherer Job. Klar, können viele Start Ups Geld machen, aber manche eben auch nicht. Genauso verhält es sich mit dem Gehalt. Oftmals verdienst du nicht das branchenübliche Gehalt bei Start Ups. Manchmal bist du sogar unterbezahlt. Es kann auch sein, dass Start Ups ihre Mitarbeiter nicht lange halten können, weil ihnen die Sponsoren ausgehen. Dir sollte also bewusst sein, dass du diesen Job gegebenenfalls ein Job auf Zeit ist.

Anders verhält es sich bei einem Traditionsunternehmen. Wenn du dich hier bewirbst, kommst du oft in festgefahrene Prozesse, und Strukturen, die weder innovativ sind noch dafür sorgen, dass du dich jobtechnisch ausleben kannst. Du hast dich an die vorgegebenen Dinge zu halten und darfst sie nicht anders machen oder in Frage stellen. Das muss aber nicht in allen Traditionsunternehmen so sein.

In einem dynamischen Unternehmen kommt es vor, dass keine Strukturen herrschen. Jeder ist für alles und jeden verantwortlich und dadurch kannst du ständig neue Kollegen bekommen.

Alles in allem solltest du die Stellenausschreibung genau lesen und über den Tellerrand hinausschauen. Was bedeuten die einzelnen Begriffe wirklich? Lies dir auch den Part des Unternehmens durch und überlege dir, ob dieses Unternehmen zu dir und deinen Anforderungen passt. Vielleicht kennst du auch jemanden, der in diesem Unternehmen arbeitet und kannst diese Person darauf ansprechen, was er von den Strukturen hält und wie die Arbeitsatmosphäre in dem Unternehmen ist.