Ziele sind da, um sie zu erreichen. Dies gilt für den beruflichen und den privaten Lebensbereich. Oft gehen diese miteinander her. Gemeinsam haben alle eins: Es ist ungewiss, ob der gewünschte Endpunkt erreicht wird. Diese Tatsache ist eine Angst, die viele Menschen umtreibt. Deshalb erstellen sie sich einen Back-up-Plan. Eine Absicherung, die im Falle eines Scheiterns zum Tragen kommt, vermittelt Sicherheit. Warum dieses „Oder“ nicht immer positiv ist, kannst du im Folgenden erfahren.

Die Motivation ist der Grund der Dinge
Um langfristig an der Zielerreichung zu arbeiten bedarf es Motivation. Also einen Beweggrund, der uns immer wieder aufs Neue antreibt. Dafür ist es zunächst wichtig, ein klares Ziel vor Augen zu haben. Steht dieses muss der Weg analysiert werden, der dorthin führt. Dieser ist nicht immer stringent. Manche Schritte werden geplant, andere ergeben sich spontan und im Laufe der Zeit. Solange sich das Primärziel nicht ändert, ist es gut, sich verschiedene Möglichkeiten für die Zielerreichung zu überlegen. Stellt sich ein Weg als nicht zielführend heraus, kann der Nächste eingeschlagen werden. Änderst du das Ziel und nicht den Weg, spricht man von einem Back-up-Plan oder Plan B.

Wie wirkt sich eine Ausweichlösung auf die Motivation aus?
Hast du ein klares Ziel vor Augen, welches du unbedingt erreichen möchtest, wirst du motiviert sein, bei diesem auch anzulangen. Wenn du allerdings noch andere Optionen im Hinterkopf hast, verlierst du den Fokus auf das primäre Ziel. Scheiterst du, ist es nicht so schlimm, denn es gibt noch die Ausweichlösung. Diese entsteht meist aus einer Angst vor großen Plänen und damit einhergehenden Unsicherheiten. Besonders Menschen, die ein hohes Sicherheitsbedürfnis haben, neigen dazu sich stetig nach einer Alternative umzuschauen. Sie schaffen sich eine zweite Option. Diese wirkt sich allerdings nachteilig auf die Motivation aus. Folgendes Beispiel: Du beginnst ein Studium mit dem Ziel dieses ordentlich abzuschließen, weil du einen guten Job finden möchtest.

Fall A: Du hast dir eine andere Möglichkeit zurechtgelegt, falls das mit dem Studium nichts werden sollte. Das kann ein anderer Studiengang oder eine Ausbildung sein.

Fall B: Das Studium musst du unbedingt schaffen, um am Ende in dem Beruf arbeiten zu können, der zu dir passt. Der einzige Weg dahin ist das erfolgreiche Beenden des Studiums.

Im Fall A wird es schwer werden, das Maximum an Motivation aus dir herauszuholen. Das liegt daran, dass du stets eine Rücksicherung im Hinterkopf hast. Bei Fall B gibt es keine zweite Option. Du hast dieses eine Ziel im Fokus, welches du unbedingt schaffen musst. Hier wird automatisch die Motivation höher werden. Wenn du dir eine Alternative zurechtlegst, gehst du von vornherein von einem Misserfolg aus. Diese Tatsache bringt Frustpotenzial mit sich. Außerdem ist immer eine unterschwellige Angst vorhanden, zu scheitern. Die Freude über das Ziel am Ende kann getrübt werden und dies wirkt sich ebenfalls nachteilig auf die Motivation aus. Ein Teufelskreis. Zwar ist die Variante ohne Absicherung wesentlich risikobehafteter, setzt aber mehr Durchhaltekraft und Arbeitsbereitschaft frei. Wir Menschen funktionieren mit Druck am besten. Zumindest, wenn unsere Bemühungen nicht nur aus Leidenschaft zustande kommen.

Wann ist ein Back-up-Plan doch sinnvoll?
Wir müssen auf dem Weg der Zielerreichung manchmal durch einige Instanzen gehen, die darüber entscheiden, ob wir den nächsten Schritt gehen dürfen. Hier beruhigt es dich vielleicht, wenn du eine Alternative im Hinterkopf hast. Der Weg zum Erfolg hängt sicherlich zum größten Teil von uns selbst ab. Dennoch gibt es häufig noch andere Menschen, die dein Vorankommen beeinflussen. Manchmal entscheidet auch einfach nur der Zufall. Wenn du es nicht allein in der Hand hast, ob du den nächsten Schritt gehen kannst, ist es sinnvoll sich einen zweiten Plan zurechtzulegen. Schauspieler zum Beispiel, die ihr Können regelmäßig bei Castings unter Beweis stellen müssen, um an einem Film- oder Theaterprojekt mitarbeiten zu dürfen. Sie können sich noch so intensiv auf die Rolle vorbereiten, wenn sie am Ende nicht das sind, was sich die Juri vorgestellt hat, werden sie nicht genommen. Es würde den Schauspieler auf Dauer wohl in Schwierigkeiten bringen, wenn er sich jedes Mal nur auf ein Projekt bewirbt. Im Fall einer Absage sollte er eine weitere Option in der Hinterhand haben. Menschen, die sich keine Alternative zurechtlegen, sind aber nicht automatisch leichtsinnig oder besonders risikofreudig. Je genauer das Ziel definiert ist und je detaillierter der Plan dieses zu erreichen, umso fokussierter ist man. Eventuell ist in den eigenen Gedanken und Bemühungen dann kein Platz für weitere Pläne.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Es liegt auf der Hand, dass für eine langfristige Motivation Zielklarheit vorhanden sein muss. Der Mensch will wissen, wofür er sich anstrengt. Bemühungen, die ins Leere laufen, werden meist nicht lange am Leben erhalten. Back-up-Pläne können einen Mangel an Motivation hervorrufen, weil die Dringlichkeit des Erfolges durch eine Absicherung nicht mehr so hoch ist. Neben dem kann es passieren, dass die Freude auf die Erfolgsaussichten gedämpft wird, weil man von Anfang an mit einem Misserfolg rechnet. Menschen, die dazu neigen sich Alternativen zu schaffen, werden oft von Ängsten vor großen Plänen begleitet. Sie würden ohne Absicherung in eine starke Unruhe verfallen. Eine Ausweichoption ist sinnvoll, wenn Entscheidungen von außerhalb, auf die du keinen Einfluss hast, deine Zielerreichung mitbestimmen.