Selbstbehauptung kann eine Herausforderung sein. Wie du für dich selbst einstehst, lernst du vielleicht nicht von heute auf morgen, aber es ist möglich. Du kannst in den unterschiedlichsten Situationen anders handeln als vorher. Nach und nach wirst du so vom Ja-Sager zu jemanden, der für sich selbst einsteht. Du musst es nicht immer allen recht machen, denn sonst bleibt von dir und deinem Charakter irgendwann nicht mehr viel übrig.

Lass dich nicht weiter herumkommandieren und nimm das Ruder selbst in die Hand. Du möchtest, dass dich andere respektieren? Dann musst du lernen dich selbst zu respektieren und für das einstehen, für das du stehst. Alte Gewohnheiten heißt es also über Bord zu werfen und sich eine eigene Meinung von sich selbst zu bilden, damit du diese dann später vertreten kannst.

Du musst dir selbst die Erlaubnis geben, eine eigene Meinung zu verschiedenen Themen zu haben und diese auch zu vertreten, wenn es darauf ankommt. Ob im Job oder im Privaten ist egal. Oft übernimmst du Aufgaben, auf die du keine Lust hast. Lerne nein zu sagen und deine Meinung auch zu vertreten. Steh für dich ein, wenn du etwas nicht willst und auch wenn du etwas willst. Nur so kannst du zu dir selbst finden.

Der Anfang deines angepassten Verhaltens liegt in der Kindheit

Doch warum verhalten wir uns eigentlich so? Warum stehen wir nicht für uns selbst ein, stecken unsere Bedürfnisse zurück und machen Dinge, auf die wir keine Lust haben?

Um diesem Verhalten auf den Grund zu gehen, muss man einen Blick in die Kindheit werfen. Schon als Kind lernst du, dass du mit einem angepassten Verhalten mehr Freunde findest, gemocht wirst und als umgänglich giltst.

Nicht für sich einstehen ist also ein angelerntes Verhalten, das dazu führt, dass du dich selbst aus den Augen verlierst. Du möchtest deine Wünsche und Bedürfnisse nicht vertreten, weil du denkst, dass du als zickig abgestempelt wirst. Gerade bei Frauen ist das häufig der Fall.

Auch verzichten viele Menschen darauf, zu hinterfragen, wo ihre Grenzen liegen.

Wenn du an deine Grenzen kommst, denkst du oftmals darüber nach, was andere davon halten. Bin ich nett genug, wenn ich meiner Freundin absage? Arbeite ich hart genug? Andere schaffen es ja schließlich auch. Doch das Problem liegt nicht bei dir, sondern bei den Anderen!

Richtig mit Konfrontation umgehen

Du selbst bist die Summe aus allen Erfahrungen, die du jemals gemacht hast. Wenn du vorher oft den Weg des wenigsten Widerstands gegangen bist, nie gelernt hast nein zu sagen und immer alles so gemacht hast, wie Andere es wollten, ist es klar, dass du nicht für dich einstehen kannst. Das zu ändern, ist nicht einfach. Aber es ist möglich.

Zuerst solltest du lernen mit Konfrontationen richtig umzugehen. Davor solltest du dich davon lösen, es allen recht machen zu wollen. Das kann nämlich nicht funktionieren. Allein dieses Klarwerden bringt dir schon ein Stückchen Freiheit.

Generell sollte dir aber klar sein, dass Menschen nie das gleiche wollen. Jeder Mensch hat unterschiedliche Motive. Wichtig ist sich davon zu verabschieden, dass es nie Konflikte geben wird. Sie werden immer existieren, weil es unterschiedliche Meinungen gibt. Die Frage ist nun, wie du damit umgehst.

Am einfachsten ist es, den Anderen anzuhören. Dann die eigene Meinung humorvoll, aber konsequent zu vertreten und eventuelle auf Kompromisse einzugehen, die dich und deinen Gegenüber ans Ziel bringen. So habt ihr beide gewonnen.

Wie man Mut aufbringt, für sich selbst einzustehen

Zuerst einmal solltest du deine Bedürfnisse im Blick haben. Wenn du keine Lust hast, am Wochenende zu babysitten, weil du selbst schon etwas vorhast, dann sag das klipp und klar. Du solltest lernen, nein zu sagen, damit solche Situationen erst gar nicht entstehen. Wichtig ist dabei, dass du freundlich bleibst, aber konsequent. Am besten übst du bei Personen, die dir selbst nicht wichtig sind, denn dann ist es nicht schlimm, wenn du anfangs noch Fehler machst. So stößt du niemanden vor den Kopf, der dir wichtig ist.

Um deine Meinung zu vertreten, solltest du dich ernst nehmen. Du musst dir selbst zugestehen, dass dein Anliegen wichtig ist. Nur so schaffst du es z.B. eine Gehaltserhöhung zu bekommen. Nicht unwichtig ist auch zu wissen, was das Ziel ist. Wenn du in eine Verhandlung gehst, deine Meinung vertrittst oder lernst, nein zu sagen, musst du dein Ziel klar vor Augen haben. Aber selbst dann kannst du auch an deine Grenzen stoßen. Das ist nicht schlimm und zugleich ein guter Lernfaktor.

Doch in welcher Situation sagst du etwas und wann ist es klug, den Mund zu halten?

Diese Frage ist gar nicht so einfach, aber darauf gibt es selbstverständlich auch eine Lösung. Natürlich sollst du nicht zu allem nein sagen, nur weil es ums Prinzip geht. Deine Meinung wird besser aufgefasst, wenn du sie erklärst und konsequent nach ihr handelst.

Den Mund halten solltest du lieber, wenn du nicht sicher bist, ob du Recht hast und ob deine Idee das Projekt weiterbringt. Damit würdest du nur alle aufhalten und nichts zum gesamten positiven Fortschritt beitragen. Wenn dir aber ein Thema wirklich am Herzen liegt, dann steh auch dafür ein. Nur so kommst du ans Ziel.